Ansegeln

von Segelclub am Pfäffikersee

Als ich das Boot vor einer Woche an den See brachte, wähnte ich mich schon wieder in der Hochsaison: Standup-Padler, Kanuten, Spaziergänger, Sonnenanbeter, Jogger, Velofahrer, Wohnwägeler. Alle wollten an den See. Ich befürchtete Schlimmes, wenn ich an meinen „ungeschützten“ Trockenplatz dachte. Aber der war sogar frei!

Diesen Sonntag gab sich der See dann wieder mehr von der Jahreszeit-gemässen Seite, es war ja erst Mitte April. Als ich um den Mittag rum zum Auspacken des Bootes ankam, war ich neben zwei, drei Fischern weit und breit der einzige, der sich an den feuchten, kalten und nassen See getraute.

Auch um 14 Uhr rum war es ein handverlesenes Grüppchen, das die Saison des SCaP dieses Jahr stellvertretend eröffnen wollte. Aber nichts wie los, Ali instruierte uns und dann wurde in zwei Gruppen eifrig das Gelände um die Trockenplätze durchsucht: Anhand von Nahaufnahmen waren Orte ausfindig zu machen, in deren Umkreis ein Pingpongball zu finden war, auf welchem eine Zahl stand. Daraus resultierte schlussendlich ein GPS-Code, den es anzusegeln galt. Leider hatte der Regen aber offenbar auch den Satelliten zugesetzt, und die moderne Technik liess uns im Stich. Nicht so aber Ali: Er verriet uns, dass es Seegräben anzusegeln galt. Viel weiter wollte an diesem Tag auch kaum jemand segeln, immerhin machten sich aber neben dem Präsidenten mit seiner Frau auch noch Christoph und Rolf auf der C55 und Housi und Urs auf der H-Jolle auf nach Westen.

War es anfänglich noch der Wind, der die Boote antrieb, so kam am Schluss der Verdacht auf, dass es mehr die Wasserkraft war, welche uns antrieb, so viel kam da das Gross runter gelaufen…

Dementsprechend dampfte es dann, als die durchnässten Seglerinnen und Segler im Clublokal zu den an Land gebliebenen stiessen und wir den Nachmittag bei Kaffe und Kuchen und so weiter ausklingen liessen. Auf eine erlebnisreiche Saison!

Urs Rusch, SUI 852

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