SCaP Naturschutz Event

von Alli Bartels

Ein Besuch im Naturzentrum Pfäffikersee

Zugegeben, es war keine grosse Gruppe, die sich am 31. August auf den Weg zum Naturzentrum Pfäffikersee machte. Zu ungewöhnlich war wohl die Idee, sich an einem sonnigen Samstagnachmittag mit Landschaft und Naturschutz am Pfäffikersee auseinanderzusetzen. Vielleicht fehlte den Vereinsmitgliedern der sportliche Wettkampf oder die Auseinandersetzung mit Wind und Welle? So richtig zutreffend war das wohl nicht, denn trotz moderatem Wind war nur ein einsames Segelboot auf dem See zu sehen. Aber es gab natürlich auch zahlreiche nette und begründete Abmeldungen. Das muss hier ebenfalls gesagt werden.

Auf die wenigen interessierten Teilnehmer am ersten SCaP Naturschutz Event wartete dafür ein spannender und nicht alltäglicher Nachmittag.  Es begann themengerecht mit einer kurzen Einführung in die korrekte Müllentsorgung und die Bedienung der Alu-Presse beim Strandbad Kiosk in Auslikon. Und dann wurde es ernst, denn es wurde gewandert. Mit der Tempovorgabe von Andi waren die wenigen Kilometer bis nach Pfäffikon schnell überwunden.  Peter entpuppte sich als veritabler Natur- und Pflanzenkenner und so konnte der Referentin im Center eine (vom Weg aus) frisch gepflückte kanadische Goldrute mitgebracht werden. Aufgabe 1 war damit erledigt. Wir kennen jetzt auch invasive Neophyten, die nicht über Bootsrümpfe eingeschleppt werden.   

In Pfäffikon angekommen, ging es dann nach kurzer Vorstellungsrunde weiter mit der eigentlichen Führung im Naturzentrum. Der Neubau wurde bestaunt, der Teichrohrsänger ebenfalls, denn er wohnt gleich nebenan und turnte termingerecht an den Schilfrohren. Auch gut getarnte Frösche konnten dank der hervorragenden Ferngläser (leider nur Leihgabe) rasch entdeckt werden. Nur die Haubentaucher Familie versteckte sich im Schilf und so konnte der Huckepack Transport von Jungtieren nur per Foto bewundert werden. Dafür zeigte uns Martina noch Schlangeneier, erklärte die Windresistenz von Schilfrohren und erläuterte die verschiedenen Vorteile von Trockenmauern.

Weiter ging es im Innern des Naturzentrums. Hier befindet sich das Prunkstück der Ausstellung. Eine riesige Reliefkarte des Pfäffikersees,  auf der geomorphologische Zusammenhänge, Siedlungsgrenzen, aktuelle Pflanzenstandorte und die Entwicklung des Schutzgebietes eingeblendet und visualisiert werden können. Selbst für Ortskundige eine spannende Sache, denn wer weiss schon, wo die fleischfressenden Pflanzen am Pfäffikersee zu finden sind oder das die Lautsprecher der Jucker Farm auf einem Drumlin Hügel stehen? Zum Abschluss der Führung gab es noch eine kurze Filmvorstellung und dann war der Anlass im Naturschutzzentrum auch schon wieder vorbei.

Zwischenstand: Für die Teilnehmer war der Besuch eine Überraschung. Es war viel interessanter als man es sich vorgestellt hatte. Die Referentin (mit Segelkenntnissen) war kompetent und sympathisch und so war es nicht verwunderlich, dass die geplante Besuchszeit deutlich überzogen wurde. Eigentlich wollte man noch den Info-Stand der Fischer beim Zentrum besuchen, aber die waren bereits wieder weg. Der Fisch ruft. So musste der fundierte Einblick in die Unterwasserwelt des Pfäffikersees auf eine spätere Veranstaltung verschoben werden.

Was hingegen nicht ausfallen durfte, war der kurze Besuch der Gartenwirtschaft in Pfäffikon, auch wenn dafür nicht viel Zeit blieb.  Am Ufer wartete schon das Motorschiff «Tödi» und mit leise schnurrendem Elektromotor ging es über den See nach Seegräben. Hier hiess es «Bootswechsel» und mit dem zweiten Oldtimerschiff «Hecht» ging es nach Auslikon, wo der Wasserteil des Naturschutz Events endete. Und dann? Dann gab es Wein, Bier und Bratwurst! Endstand: Weitgehende Zufriedenheit bei den Teilnehmern. Wiederholungen werden nicht kategorisch ausgeschlossen.

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